Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Auf Umwegen zum Ziel

Nach Umschulung wieder voll integriert im Berufsleben

Aufgeben war nie eine Option für Horst Pfälzner – auch nicht, als eine seltene Augenkrankheit bei ihm diagnostiziert wurde. Dank seiner Umschulung im Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg steht der ehemalige Busfahrer heute wieder mitten im Leben.

Dass er beruflich an der Endstation angekommen war, wollte Horst Pfälzner lange nicht wahrhaben. „Meine Sehkraft hat sich zwar plötzlich rapide verschlechtert, aber eine Laserbehandlung sollte das wieder richten.“ Doch der Erfolg der OP blieb unerwartet aus und zudem erfuhr der Busfahrer, dass er eine seltene Form der Makuladegeneration hat und sein Augenlicht immer weiter verlieren würde. Ein großer Schock für ihn und seine Familie. Damit er die Notbremse zog, musste aber aber noch ein Bandscheibenvorfall hinzukommen. „Als mir die Physiotherapeutin in der medizinischen Reha mehrfach den Ball zuwarf und ich ihn nicht sah, habe auch ich endlich begriffen, dass es so nicht weitergehen konnte“, erinnert sich der 48-Jährige. „Mir wurde nahegelegt, den Beruf zu wechseln und noch in der medizinischen Reha habe ich den Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gestellt.“

Keine Zeit zu verlieren
Nachdem der Antrag bewilligt wurde, absolvierte Horst Pfälzner ein zweiwöchiges RehaAssessment im BFW Würzburg und entschloss sich für die Umschulung zum Kaufmann für Büromanagement. Von dem Zeitpunkt an wusste der Familienvater, dass er beim eingeschlagenen Weg keine Zeit verlieren wollte. Einen Lehrgang, der auf die Anforderungen der beruflichen Rehabilitation vorbereitet, konnte er mit viel Entschlossenheit und Disziplin von den üblichen sechs auf drei Monate verkürzen und das Zehn-Finger-Schreibsystem lernte er abends in Eigenregie weiter. Auch die anschließende Umschulung meisterte er erfolgreich und blickt heute gerne auf seine Zeit im BFW zurück: „Ich habe die zweieinviertel Jahre sehr genossen, viel gelernt und alles mitgenommen an Wissen, was möglich war!“

Von der Straße ins Büro
Den Arbeitsvertrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg unterschrieb er gleich nach der mündlichen Abschlussprüfung – und ist heute mehr als glücklich mit seinem Bürojob: Besonders das kollegiale Miteinander ist ihm wichtig – und natürlich die Fahrgemeinschaft, die ihn täglich sicher ans Ziel bringt. Mit einem Restsehvermögen von 25-30 Prozent auf dem linken Auge kommt er gut zurecht. „Den Rest erledigen mein Bildschirmlesegerät, die Vergrößerungssoftware und meine Lupe für mich. Da lasse ich mir gerne helfen.“

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