Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Prof. Dr. Angela Faber

Prof. Dr. Angela Faber beantwortet Fragen von Betroffenen

Prof. Dr. Angela Faber ist Professorin an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster und Dezernentin für Integration des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Für VISIO-N beantwortet sie Fragen von Menschen mit Seheinschränkungen zu ihrem Rechtsanspruch auf berufliche Teilhabe.

Seit einem Arbeitsunfall bin ich auf einem Auge blind und kann nicht mehr als Handwerker auf Baustellen arbeiten. Ich möchte aber weiterarbeiten! Was kann ich jetzt tun?
Da ein Arbeitsunfall zu Ihrer Erblindung geführt hat, dürfte vorrangig die Zuständigkeit einer Berufsgenossenschaft vorliegen. Der Rehabilitationsträger kann für Sie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben prüfen. Diese Leistungen werden erbracht, um die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohter Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, herzustellen oder wiederherzustellen und um ihre Teilhabe am Arbeitsleben möglichst auf Dauer zu sichern. Im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses kann außerdem das Integrationsamt prüfen, ob Ihnen beziehungsweise Ihrem Arbeitgeber Leistungen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben gewährt werden können, um Ihr Arbeitsverhältnis zu sichern. Als Berater vor Ort steht Ihnen der Integrationsfachdienst zur Verfügung. Dessen Aufgabe ist es unter anderem, in Zusammenarbeit mit den Rehabilitationsträgern und den Integrationsämtern die für den schwerbehinderten Menschen benötigten Leistungen zu klären und ihn bei der Beantragung zu unterstützen.

Ich habe eine berufliche Reha bewilligt bekommen. Jetzt frage ich mich, wie ich in der Zeit über die Runden komme, da ich währenddessen ja kein Gehalt beziehe. Bekommt man in der Zeit finanzielle Unterstützung und wenn ja, wie viel?
Da Ihnen eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben bewilligt wurde, kann der zuständige Rehabilitationsträger Ihnen, sofern die Voraussetzungen vorliegen, unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen gewähren. Hierzu gehören Übergangsgeld (die Leistungen zum Lebensunterhalt), Reisekosten und gegebenenfalls eine Haushalts- oder Betriebshilfe sowie Kinderbetreuungskosten. Die Höhe des Übergangsgeldes ist von Ihren persönlichen Voraussetzungen abhängig. Zur Konkretisierung der Leistungen wird eine Beratung bei dem zuständigen Rehabilitationsträger empfohlen.
Ich habe einen Antrag auf berufliche Reha gestellt, da ich nach einer Sehnerventzündung nicht mehr im Büro arbeiten kann. Der Antrag wurde aber abgelehnt. Was mache ich denn jetzt?
Grundsätzlich besteht bei einem ablehnenden Bescheid des Rehabiliationsträgers die Möglichkeit, innerhalb eines Monats Rechtsmittel, also einen Widerspruch, einzulegen. Im Rahmen Ihrer behinderungsspezifischen Rechtsfragen empfehle ich Ihnen die Rechtsberatungsgesellschaft des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e. V. als Ansprechpartner.

Ich habe Retinopathia pigmentosa, den sogenannten „Tunnelblick“. Dadurch fällt mir meine Arbeit am PC immer schwerer, aber mein Arbeitgeber möchte mich trotzdem weiterbeschäftigen. Welche Möglichkeiten haben wir?
Zunächst sollte eine fundierte Hilfsmittelberatung in Betracht gezogen werden. Des Weiteren bedarf es, unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Retinopathia pigmentosa, einer Anpassung der Arbeitstechnik im Sinne der Anpassung der Arbeitsschritte und der Arbeitsorganisation. Empfohlen wird eine Beratung des Arbeitgebers durch den o. g. Integrationsfachdienst, der mit Ihrer Zustimmung auch Ihren Arbeitgeber über die Auswirkungen der Behinderung informiert und berät sowie benötigte Leistungen (Schulungen, EDV-Programme etc.) abklärt.

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